Die Wallfahrt nach Werl ist für mich mehr als nur eine Pilgerreise. Sie ist ein Jahr für Jahr wiederkehrendes Highlight, das mich immer aufs Neue mitnimmt und berührt. Als Kind war ich mit meinen Eltern nur einen Tag dort, doch auch dieser kurze Ausflug hat mich geprägt.
Später, als junger Erwachsener, konnte ich die Wallfahrt intensiver erleben, oft sogar über das Wochenende hinweg. Besonders unvergesslich waren die Freitage am Sportheim in Ostinghausen, wo Gastfreundschaft gelebt wurde und wir einige spektakuläre Abende erlebten.
Ein ganz besonderer Moment war für mich das große Jubiläum von Stefan Stüker, bei dem die Stadtkapelle aufspielte und die Feierlichkeiten in einem würdevollen Rahmen stattfanden. Es war unglaublich zu sehen, wie Stefan Werl über viele Jahre hinweg mit Leben füllte – und das bis ins hohe Alter.
Im ersten Coronajahr pilgerten wir mit unserer Gruppe mit dem Rad nach Werl, denn es konnte ja nicht sein das wir am Werlwochenende nicht in Werl sein dürfen. Die Pause in Lippstadt mit der herzlichen Begrüßung durch Thorsten Roland und das Läuten der Glocken für uns – nur für uns – war ein magischer Moment. Als wir in der Kirche standen und Marienlieder sangen, spürte jeder von uns die Gänsehaut.
Was macht die Wallfahrt nach Werl so besonders? Es sind die Menschen, die man über die Jahre hinweg kennenlernt, es ist das Gefühl der Gemeinschaft und das Erlebnis, durch die Natur zu pilgern. Die gewohnten Abläufe, die Beständigkeit, die man schätzt, und vor allem die Momente, die einem jedes Jahr aufs Neue den Atem rauben: Wenn wir in die Basilika einziehen und „Großer Gott, wir loben dich“ in der Einkaufsstraße von Werl singen, dann ist es das Werl-Gefühl.
Der Samstagmorgen beginnt früh, um 6:30 Uhr, und wir wandern an den Weizenfeldern entlang. Diese erste Stunde in der frischen Luft, begleitet von der Stille und dem Rauschen der Natur, ist erholsamer als ein zweiwöchiger Strandurlaub. Ich kann mich jedes Jahr auf diesen Moment freuen.
Seit Jahren hat sich das Werl-Wochenende fest in meinem Kalender verankert. Private Termine werden drumherum geplant, weil ich diese Tage nicht mehr missen möchte. Diese Wallfahrt gibt mir die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, mich zu besinnen und einfach einmal aus dem Alltag auszutreten.
Ich kann jedem nur empfehlen, sich einmal im Jahr diese 2-3 Tage für sich zu nehmen, um innezuhalten, den Kopf freizubekommen und die Seele baumeln zu lassen. Die Wallfahrt nach Werl ist nicht nur eine Reise zu einem Ziel – sie ist eine Reise zu sich selbst.
Ich bin schon jetzt voller Vorfreude auf dem 04.Juli!
Erfahrungen von Volker Hagenhoff . Er ist Oberst der St. Johannes Schützenbruderschaft in Delbrück