13. 09. 2025
Westenholz. Wenn Pastor Manuel Klashörster das Profanierungsdekret des Erzbistums vorliest, wird die Marienkirche in Westenholz offiziell dem weltlichen Gebrauch übergeben. Die dann folgende Entnahme des Altarsteins symbolisiert das Ende des sakralen Gebrauchs des Gebäudes. Am Sonntag, 28. September, werden sich die Mitglieder der Kirchengemeinde Westenholz um 17 Uhr mit diesem Ritus nach einer feierlichen Messe von ihrem kleinen Gotteshaus verabschieden.

Zu diesem Anlass werden die Musikfreunde Westenholz, der Kirchenchor Westenholz und auch Organist Martin Kersting noch einmal sakrale Musik in dem Gebäude aus Anröchter Sandstein erklingen lassen. Der Kirchenvorstand hat außerdem auch diejenigen Priester zur Teilnahme an der Messe eingeladen, die aus Westenholz gebürtig sind oder in der Marienkirche gewirkt haben.
Nach der Kommunion wird der Altarstein mit seinen fünf Kreuzen und dem Reliquienbehälter aus dem Altar entfernt und das Allerheiligste aus der Kirche entnommen werden. Dann ist die Kirche entweiht und kein Gotteshaus mehr. „Sicher sind einige Gemeindemitglieder traurig, dass die Marienkirche nach 75 Jahren als Kirche nun ausgedient hat. Dass das Gebäude erhalten und dem gemeinnützigen Zweck der Nutzung durch Heimatverein und Pfadfinder übertragen wurde, ist aber sicher eine sinnvolle und angemessene Nachnutzung“, sagt Klashörster.
Auch Stefan Sudhoff vom Kirchenvorstand setzt darauf, dass sich das Gemeindeleben in der Ortsmitte in der Pfarrkirche St. Joseph konzentrieren wird. „Sich den gebotenen Anforderungen der Zeit zu stellen, ist Aufgabe aller Mitglieder unserer Kirchengemeinde“, so Sudhoff. Karin Morfeld, Mitglied des Gesamtpfarrgemeinderates, ergänzt: „Es liegt an uns, was wir daraus machen. Mit unserem Vorhaben für ein neues Pfarrheim mit generationsübergreifendem Angebot werden wir für die Kirchengemeinde Westenholz und natürlich darüber hinaus für den gesamten Pastoralverbund Delbrück-Hövelhof viele Möglichkeiten eröffnen können.“
Dass die Westenholzer künftig trotzdem über ausreichend Möglichkeiten verfügen und sogar Alternativen zur Teilnahme an Gottesdiensten haben, unterstreicht Hans Theo Sasse, Vorsitzender des Westenholzer Kirchenvorstands: „Neben St. Joseph werden wir weiterhin an Fronleichnam Almodts Kapelle nutzen und künftig weitere Hofgottesdienste planen, die sich großer Beliebtheit erfreuen.“

