11. 07. 2026
Delbrück. Wer auf dem Delbrücker Kirchplatz steht und nach oben schaut, mag jetzt beim genauen Hinsehen an die Bilder des Bauhaus-Künstlers Lyonel Feininger denken. Er hat Kirchplätze in vielen Techniken porträtiert.
Stets hat er die Kirchtürme in ihren Baustilen, Verwerfungen und Neigungen sowie in verschiedenen Lichtstimmungen sehr grafisch eingefangen. Viele senkrechte Linien und fein aufeinander abgestimmte Farbflächen wirken, als würde man den Kirchturm durch einen Kristall anschauen. Sie lassen auf seinen Bildern jeden Kirchturm optisch weit über die Kirche hinaus wirken. Genauso, wie es jetzt das Baugerüst tut, das für die Kirchturmsanierung in achtwöchiger Arbeit in Delbrück an der Pfarrkirche St. Johannes Baptist aufgestellt wurde.
Alleine bis zur Glocke des Kirchturms hat die Gerüstbaufirma Sander 123 Tonnen für Gerüststiele und Bohlen bewegt und aufgebaut. Zum Vergleich: Ein Kompaktwagen wiegt etwa 1,5 Tonnen. Am Montag, 6. Juli, haben die eigentlichen die Bauarbeiten am Dach begonnen. Wenn wettertechnisch alles glatt geht, sollen sie im Januar 2027 abgeschlossen sein.
Die Renovierung des Kirchturmdaches sowie der Treppen und der Uhr ist von langer Hand geplant. Die Kirchengemeinde St. Johannes Baptist hat dafür einige Jahre lang gespart und natürlich Rücklagen gebildet. Zudem erhält sie einen Zuschuss in Höhe von rund 70 Prozent vom Erzbistum Paderborn, den sie vor Baubeginn dort beantragt und genehmigt bekommen hat.
„Wir haben uns in der Zwischenzeit schon über einige namhafte Zuwendungen für die Reparaturarbeiten freuen dürfen“, sagt Stefan Sachnik, Verwaltungsleiter des Pastoralverbundes. „Wer die Instandsetzungsarbeiten mit einer Spende unterstützen möchte, kann dies unter der Kontonummer IBAN DE04476501300000008508 natürlich immer noch.“ Sind die Arbeiten abgeschlossen, werden die Stehfalze des neuen Kupferbleches die senkrechten Linien, die vorher die Gerüststiele in den Himmel gemalt haben, ersetzen. Auf dem unbewitterten Kupfer werden sie klar erkennbar sein.

