06. 03. 2026
Lippling. Am Sonntag der Freude, dem 15. März, feiert die Kirchengemeinde Lippling in ihrem Jubiläumsjahr nicht nur die heilige Messe (Beginn 10 Uhr), sondern lädt danach gegen 11 Uhr auch zu einem besonderen Vortrag ein. Dafür konnte Domvikar Hans Jürgen Rade gewonnen werden. Der leidenschaftliche Historiker, der seit Juni letzten Jahres zugleich Leiter des Erzbistumsarchivs ist, nimmt die Besucher im Pfarrheim mit auf eine informative wie spannende Zeitreise durch die Geschichte Lipplings.

Denn in Lippling gibt es nicht nur die Herz-Jesu Kirche, deren 125-jähriges Jubiläum in diesem Jahr gefeiert wird, sondern auch eine Kapelle. Sie steht seit dem 15. Jahrhundert wohl an genau der Stelle, an der auch heute am Standort „zur alten Kapelle“ die inzwischen mit Anbau als Pfarrheim genutzte Fachwerkkapelle steht. Historisch betrachtet ist die Kreuzkapelle ein bedeutsamer Ort des Glaubens im Delbrücker Land und für den Lipplinger Markt, der bis heute im Katharinenmarkt weiterlebt.
Welche Rollen im Jahr 1496 Ritter Philipp von Hoerde zu Boke und die Partikel des Heiligen Kreuzes spielen, die einst in der Kapelle aufbewahrt worden sein sollen, wird Domvikar Rade genau beleuchten. Er wird außerdem den Zusammenhang der Lipplinger Kreuzverehrung mit dem Ursprung der Kreuzverehrung und der Karfreitagsprozession in Delbrück herstellen. Vor allem aber wird Rade vom großen Engagement und der Beharrlichkeit der Lipplingerinnen und Lipplinger auf dem Weg zur eigenen Kirche und der Erlangung der Eigenständigkeit berichten. Grund genug, um nach dem Vortrag bei einem Imbiss miteinander ins Gespräch zu kommen und das Werden wie das Bestehen der Kirchengemeinde Lippling zu feiern.

