20. 03. 2026
Hövelhof-Riege. In der gleichen Pfarrkirche, in der er im Jahr 2006 seine Beauftragung für den diakonischen Dienst entgegennahm, wird Dietmar Kluss am Sonntag, 29. März, mit einem Gottesdienst um 9:00 Uhr sein zwanzigjähriges Weihejubiläum feiern. Die Herz-Jesu Kirche in Riege ist Kluss Heimatkirche und auch spirituell für den 64-Jährigen von großer Bedeutung.
Hier betreute er bereits über 13 Jahre lang die Messdiener. Ordensschwester Pia aus dem bis 2003 existierenden Rieger Schwesternhaus hatte ihn damals darum gebeten. Während einer Messe, in der Kluss als Kommunionhelfer diente, hatte er ein besonderes Erlebnis: quasi sein Berufungserlebnis.
„Die Sonne schien durch eines unserer Kirchenfenster in mein Gesicht. Nachdem ich das Ziborium, den Hostienkelch, auf den Altar gestellt hatte und in dieses Fenster blickte, war mir klar: Das kann es nicht gewesen sein – da ist noch mehr!“ berichtet Dietmar Kluss.
„Nach Rücksprache mit meiner Frau Annette holte ich mir einen Termin bei meinem damaligen Pfarrer Heinrich Klauke. Genau hier beginnt mein Weg als Diakon“, blickt er zurück. Während seiner Ausbildung zum Diakon kamen ihm Zweifel, ob er sie überhaupt schaffen kann. „Meine fünf Mitstreiter hatten Abitur und waren zum Teil studierte Leute“, erinnert sich der Elektroniker.
Doch auch als ehemaliger Hauptschulabsolvent hat er das mehrjährige Studium für die Vorbereitung auf das Diakonat gemeistert.
Bewerkstelligt hat er auch seine damalige Sorge, mit dem Tod und mit alten Menschen in Verbindung zu kommen. „Ich habe geglaubt, das nie zu können“, erzählt er ehrlich. „Heute ist genau dieser Dienst eine der Säulen meines diakonischen Lebens.
Der liebe Gott hat mich überzeugt, dass genau das mein Weg ist“, sagt er lachend. „Es ist mir auch heute noch wichtig, dass ich mir immer wieder bewusst mache, was mein Sendungsauftrag ist. Nämlich zu den Armen, Kranken und den am Rande der Gesellschaft leben Menschen gesendet zu sein sowie Dienst an den alten, kranken, und sterbenden Menschen zu leisten.“ Neben dem liturgischen Dienst sieht er darin seine Hauptaufgabe.


Dietmar Kluss ist heute unter anderem nicht nur Ansprechpartner für die Bewohner des Hauses Bredemeier, er ist im Diakonenrat des Erzbistums auch für die emeritierten Diakone zuständig und organisiert für diese Gruppe jährlich einen Tag des Wiedersehens und des Austausches.
„Zusammen mit dem Diözesanbeauftragten des Bistums für die ständigen Diakone bereite ich den Tag vor. Und natürlich mit Hilfe meiner Frau. Bei ihr hole ich mir Ratschläge für das gemeinsame Mittagessen ein“, sagt er augenzwinkernd.
Wenn er am Sonntag, 29. März um 9:00 Uhr, in „seiner“ Kirche danke sagt für seinen Dienst, schlüpft Dietmar Kluss in eine Dalmatik, seine Amtskleidung als Diakon. Gemeinsam mit den Mitgliedern seiner Heimatgemeinde diesen für ihn besonderen Tag zu feiern, darauf freut er sich.
Dass sein Messgewand an diesem Tag, entsprechend des liturgischen Farbkreises, aus rotem Stoff sein wird, passt zu ihm. Denn obwohl die Fastenzeit violett geprägt ist, stellt der rote Palmsonntag eine farbige Ausnahme dar. Kluss liturgische Lieblingsfarben sind, „weil sie festlich wirken und das Leben feiern“ wie er sagt, nämlich tatsächlich weiß und rot.