11. 07. 2026

Sauberer Klang und mehr Sicherheit - Orgel-Restaurierung in Espeln abgeschlossen

Espeln. Gut 30 Jahre lang ist sie bespielt, aber nicht grundlegend restauriert oder gereinigt worden: Die Orgel in der Herz-Jesu Kirche in Espeln. Seit April war Orgelbaumeister Friedrich Kampherm mit seinen beiden Mitarbeitern damit beschäftigt, sie wieder auf Vordermann zu bringen. Jetzt sind die Arbeiten abgeschlossen.

Die Orgel in der Herz Jesu Kirche Espeln
Die Orgel in der Herz Jesu Kirche Espeln
erstrahlt in neuem Glanz
© Almut Thöring
Gründliche Arbeit
Gründliche Arbeit
Zwei Monate lang hat Orgelbaumeister Friedrich Kampherm zusammen mit seinen Mitarbeitern für die Restaurierung und Wartung der Orgel und des dazugehörigen Spieltisches in Espeln benötigt.
© Almut Thöring

Organist Carsten Krogmeier kann ab sofort wieder am Spieltisch Platz nehmen und die Messen mit dem wohlklingenden Instrument begleiten. Für die notwendigen Sanierungsarbeiten hatte die Kirchengemeinde einen Zuschussantrag beim Erzbistum Paderborn gestellt, das diesen genehmigt hatte.

Die Mitglieder des Kirchenvorstands strahlen an diesem Abend mit der Orgel um die Wette. Sie freuen sich, dass die über 800 Pfeifen der Espelner Orgel nun wieder sauber erklingen können. Die kleinste aus Orgelmetall, eine Zink-Blei-Legierung, ist etwa so groß wie ein Kugelschreiber. Die größte Pfeife misst über 2,30 Meter und ist aus Holz. Die Holzpfeifen, da ist sich Friedrich Kampherm sicher, „haben ursprünglich mal in einer anderen Orgel gesteckt.“ Da hat die Firma Speith in Rietberg, die die Orgel erbaut hat, sinnvoll Upcycling betrieben.

Neben der Reinigung der Orgel sind auch Instandsetzungsarbeiten ausgeführt worden. Die Luft, die zu den einzelnen Pfeifen geführt wird, erzeugen in Espeln ein Gebläse und zwei Bälge. Die alten Bälge aus Schafleder waren porös und wurden durch neue ersetzt. „Neben Schafleder kam jetzt zusätzlich auch ein technisches Gewebe zum Einsatz, das in seiner Beschaffenheit mit einer Gummi- und einer Stoffschicht an die gute alte Luftmatratze erinnert“, erklärt der Fachmann. Nach der Reinigung mussten alle Pfeifen wieder eingebaut und schlussendlich so gestimmt werden, dass sie zueinander passen. Kampherm: „Diese Intonation haben wir zu zweit durchgeführt. Einer spielt, der andere stellt dann die entsprechende Pfeife ein.“ Bis sich das harmonisch anhört, braucht es eine Weile.

Aber auch am Spieltisch sind alle Details quasi kernsaniert worden. Die beiden Manuale wurden ausgebaut, alle Tasten gereinigt und poliert. Jetzt können die Finger gut über selbige fliegen. Gegen seitliches Schlackern haben die Tasten eine neue Führung aus kleinen Streifen Kaschmirtuchs erhalten. Auch die Tiefe, in die die Tasten gedrückt werden können, ist nun wieder einheitlich. Zudem wurde die Elektrik des Spieltisches saniert. „Die Kontakte waren schon gut abgebrannt“, weiß der Fachmann zu berichten. Gerade die verstaubte und teils abenteuerliche Verkabelung wurde auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, um die Gefahr des Funkenflugs im Spieltisch zu verringern. Jetzt sieht es da sehr aufgeräumt aus und der elektrische Impuls geht vom Spieltisch aus sauber in die Orgel. 

Ins rechte Licht gesetzt werden Register, Manuale und das aufgearbeitete Pedalwerk zu Füßen des Organisten ab sofort mit einem hell leuchtenden LED-Lichtband. Ulrich Hermbusche und Martin Bröckling vom Espelner Kirchenvorstand sowie Tobias Brake, der als Musiker und Kirchenvorstandsmitglied die Reparaturarbeiten begleitet hat, sind schon gespannt darauf, wann die Orgel die nächste Trauung in Espeln begleiten kann.

Saubere Sache
Saubere Sache
Im Spieltisch ist nun alles ordentlich an seinem Platz und in elektrisch einwandfreiem Zustand.
© Almut Thöring
Strahlen mit der frisch gereinigten und restaurierten Orgel um die Wette
Strahlen mit der frisch gereinigten und restaurierten Orgel um die Wette
(v.l.) Tobias Brake, Ulrich Hermbusche, Orgelbaumeister Friedrich Kampherm und Martin Bröckling.
© Almut Thöring

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